Antifaschistischer Stadtspaziergang in Wülfrath

In den vergangenen Tagen trafen sich ein Dutzend AntifaschistInnen in Wülfrath zu einem Spaziergang durch dass Wohngebiet rund um den Aprather Bahnhof. Ziel dieses Spaziergangs war es, die BewohnerInnen dess Niederradenberges und der angrenzenden Straßen über Neonazipropaganda in der Gegend zu informieren und diese zu entfernen. Dazu wurden 500 Flugblätter an die Haushalte verteilt und diverse Naziaufkleber an Laternen überklebt sowie rechte Graffittis entfernt.

Notwendig wurde diese Aktion durch folgenden Hintergrund: Immer wieder tauchten in den letzten Tagen plötzlich etliche Aufkleber und Schmierereien mit ausländerfeindlichem Hintergrund im Wohngebiet um den Aprather Bahnhof herum auf. Sowohl im Schutze der Nacht als auch am helllichten Tag verbreiteten einige Personen ihre menschenverachtende Propaganda in der Stadt.

Es ist uns allen klar dass wir keinen Platz für dumpfe Parolen wie „Kein Deutsches Blut für fremde Interessen“, „BRD bedeutet Volkstod“ und „Multikultur stoppen“ haben. Diese treffen leider vielfach unterstützt durch Aussagen von Politikern wie Thilo Sarazzin auf Zustimmung in der Bevölkerung.

Doch offenbaren diese und ähnliche Parolen ein schlimmes Gedankengut: Auf bundesdeutscher Ebene die Nazigruppierung NSU und auf lokaler Ebene zum Beispiel die Nationalen Sozialisten aus dem nahen Wuppertal nutzen solche Parolen, um darauf ihr menschenverachtendes Weltbild aufzubauen. Wenn Neonazis davon sprechen, „Multikultur stoppen“ zu wollen, dann meinen sie damit nichts anderes, als dass sie diese selbst stoppen – mit Gewalt, Hass, letztendlich auch mit Mord.

In den Flugblättern wurden die BewohnerInnen dazu aufgefordert, beim kleinsten Anzeichen von Neonazipropaganda – seien es Aufkleber, Graffittischmierereien, Kenntnisnahme von Treffen von Neonazis zum Beispiel in Kneipen – einzugreifen. „Lassen Sie sich nicht von diesen Personen einschüchtern, die dumpfe Parolen von sich geben“, so dass Flugblatt. „Schützen sie ihre Kinder vor rechtsextremen Einflüssen, klären Sie auch diese über die Gefahr von rechts auf.“

Wichtig ist es, auf solche Fälle aufmerksam zu machen und sich Gehör zu verschaffen. Dabei wollen wir AntifaschistInnen aus Wülfrath helfen. Wir dokumentieren diese Fälle und wollen sie einer breiten Öffentlichkeit mitteilen. Denn es reicht nicht nur, gegen Nazis zu sein. Wichtig ist es, selbst aktiv zu werden und sich bewusst zu werden, dass auch Wülfrath, vorallem aber auch der ganze Kreis Mettmann, seit Jahren schon ein großes Problem mit seinen Neonazis hat. Dieses Problem zu bekämpfen liegt in unser aller Hand. Zu diesem Zweck wurden den LeserInnen der Flyer noch mehrere Möglichkeiten der Kontaktaufnahme mitgeteilt.

Es gibt kein ruhiges Hinterland!